Mit gerade einmal 15 Jahren versuchte der in Halle-Neustadt lebende Schüler Heiko Runge mit seinem Klassenkameraden Uwe Fleischhauer im Dezember 1979, über die innerdeutsche Grenze Richtung Niedersachsen dem Unrechtsregime der SED zu entfliehen.
Für seinen Wunsch nach Freiheit straften ihn die Grenzsoldaten, welche 51 Schuss abgaben. Heiko Runge wurde in den Rücken getroffen und verblutete noch am Tatort, Uwe Fleischhauer wurde inhaftiert. In der DDR gab es keine Gerechtigkeit für Heiko, dafür aber Auszeichnungen für die Schützen. Nach dem Mauerfall nahm sich die Justiz dem Fall an. Der damalige Richter Thomas Kluge formulierte das Urteil für die beiden Schützen. Heute betonte er: Es ist keine „Siegerjustiz“, sondern nur das Recht an sich, dass die beiden Schützen 1996 nach Jugendstrafrecht verurteilte. Thomas Kluge sprach auch anlässlich der Benennung des Schülerwohnheims zu den Gästen und appellierte gegen das Vergessen der Opfer.
Nun gedenken wir als CDU-Stadtratsfraktion Heiko Runge, welcher heute, am 26. April 2026, seinen 62. Geburtstag gefeiert hätte. Durch den initiativen Einsatz von Michael Teupel, welcher sich in Opferverbänden wie der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. engagiert und selbst die Flucht aus der DDR wagte, und Guido Haak (CDU), dem Vorsitzenden des Stadtrates Halle (Saale), trägt das Schülerwohnheim in Halle-Neustadt seit heute den Namen Schülerwohnheim Heiko Runge. Das beschloss der Stadtrat von Halle im September 2025 einstimmig. „Halle stellt sich damit an die Seite der Opfer der SED-Diktatur“, formuliert Evelyn Zupke, Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, in ihrer Ansprache vor dem Schülerwohnheim.
Durch das Gedenken vermittelt die Stadt Erinnerung und Erkenntnis, auf das es nie wieder eine Diktatur auf deutschem Boden gilt. Viel zu lange gab es kein angemessenes Gedenken an die Opfer der innerdeutschen Grenze, doch sie zeigen uns, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. Wir danken Herr Teupel und Herr Haak für ihr Engagement bezüglich der Würdigung von Opfern des SED-Regimes.



